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04. Februar 2012 23:35 Alter: 104 Tage

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Consens pre dissens oder: Die Einigkeit über Uneinigkeit

Von: Wolfgang Reetz

Schlagsülsdorfer Brief und Nachtrag

Es gilt allgemein als der kleinste gemeinsame Nenner: die Einigkeit über Uneinigkeit, die damit gleichzeitig eine erste gemeinsame Arbeits- und Gestaltungsgrundlage darstellt. Aus unterschiedlichen Sichtweisen und Denkweisen entstehen Lösungen, nicht aus einem einstimmigen Chor – solange man die Unterschiedlichkeit und damit auch andere Betrachtungsweisen akzeptiert ohne das eigene Weltbild zur allein gültigen Wahrheit zu erheben. Dann bietet dieser kleinste gemeinsame Nenner einen guten Ansatz für gute Lösungen, wie ich denke und aus Erfahrung weiß.

Aussage und Antwort (Zitate kursiv):

„Die Ergebnisse unserer Recherche sind in der Art und Weise, wie du das Thema WKA durchsetzen willst, für dich sicher enttäuschend.“

Nein, sie sind keinesfalls enttäuschend, ganz im Gegenteil. Sie bestätigen im wesentlichen meine und unsere Ergebnisse des Recherchierens. Wenn, wie immer im juristischen Bereich, dennoch unterschiedliche Auslegungen (und darüber Möglichkeiten) damit auch nicht prinzipiell ausgeschlossen sind.

„Dein immer wieder gemachter Hinweis, dass noch nichts entschieden und rechtzeitig informiert werden wird, ist absurd.

Es ist wie es ist: Es gibt keine "Entscheidung" darüber, ob nun Windenergie hier genutzt werden kann (soll) oder nicht. Das Wort „absurd“ aus dem Zitat überhöre ich einfach mal. Nur der Sinnhaltigkeit halber: Gäbe es eine "Entscheidung", bräuchte man ja keine Informationen und Plattformen mehr in der Sache.... Zum Thema Windenergie gibt es nur eine Entscheidung bislang, und die hat 2002 die damalige Gemeindevertretung getroffen. In ihr wird mit deutlichen, amtlich protokollierten Worten zum Ausdruck gebracht, dass „es keine grundsätzlichen Bedenken gegen Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Thandorf gebe“. Diese Entscheidung aus 2002 ist allerdings nie weiter verfolgt worden. Nur als Randnotiz: Zur damaligen Gemeindevertretung, die diese Entscheidung für Windkraftanlagen traf, gehörte aus Schlagsülsdorf Angela Lafrenz. (Hinweis: Vgl. hierzu jedoch Klarstellung v. 06.02.2012/ 13.28 Uhr).

"Das von dir in Gang gesetzte Projekt "100-Prozent-Energie-Gemeinde" ist in einer inhaltlichen, umfassenden und bedeutsamen Darstellung bis heute nicht öffentlich erfolgt.“

Stimmt. Der seinerzeitige GV-Beschluss ist eine Absichtserklärung, eine Vision – und als solche auch immer bezeichnet worden. Ein detailliertes, umfassendes Konzept steht derzeit noch nicht, das gilt es auf der Basis dieser Grundsatzentscheidung erst noch zu erarbeiten (um das zu tun brauchte es aber erst einmal der Grundsatzentscheidung, ohne die ein Konzept zu erarbeiten ziemlich überflüssig ist). Einzig wurde -das ist hinlänglich und öffentlich bekannt- eine Machbarkeitsstudie veranlasst, die jedoch ebenfalls noch nicht ausgearbeitet vorliegt (siehe Nachtrag). Das Konzept dann, innerhalb dessen die Windenergie eventuell ein Baustein sein könnte, sollte letztlich auf der Basis der Studie von mehreren erstellt werden: Ich würde mir wünschen, dass es für diese Mitarbeit interessierte Einwohner gibt, auch, wenn erneuerbare Energie von vielen eher nicht gewünscht ist (es sei denn, sie käme von woanders). Das Ergebnis der Arbeit wird man sehen.

„Was wäre geschehen, wenn wir den Beschluss vom 28. November 2011 nicht verhindert hätten?“

Nichts. Denn der Stand wäre auch mit dem Beschluss kein anderer als heute.

„Abschließend möchte ich dir sagen, dass ich an keinem "Internet"-Krieg interessiert bin. Ich (Wir) werden lieber mit großer Aufmerksamkeit und Beteiligung auf den gegebenen Plattformen der Gemeinde teilnehmen, zuhören und mitberaten.“

Dann sind wir uns doch einig. Die Teilnahmeankündigung ist darüber hinaus ein weiterer gemeinsamer Nenner und eine gute Plattform um Lösungen zu finden: da mache ich mit! Das Wort „mitberaten“ nehme ich dabei ernst und wörtlich, denn es schließt Pauschalaussagen und absolute Wahrheiten aus.

Nachtrag:

Mit E-Mail vom 03.02.2012 / 11.13 Uhr teilt die Projektgesellschaft (die sich mit der Frage einer Machbarkeit zur Umsetzung der „100% erneuerbare Energie -Erklärung“ befasst) mit, dass “die Situation sich zieht und aufgrund  von noch vielen zu klärenden Punkten weiterhin keine konkrete Zeitschiene erkennbar ist.“


Meinungen und Kommentare

Anzeige: 1 - 9 von 9.

Sonntag, 05. Februar 2012 13:00

Michael Finkenthei aus Thandorf

"Internet-Krieg"... so etwas wie das hier nennt man andernorts "Debatte". Zumindest könnte noch eine daraus werden, zu gegebener Zeit.

Wenn man eine solche Debatte hier auf den Seiten führen will, so hat das für alle Beteiligten gewisse Vorteile:

- jeder kann sich genau überlegen, was er in jedem seiner Beiträge schreibt und
- jeder darf sich der vollen Aufmerksamkeit des ganzen Publikums gewiss sein.
- Niemand braucht sich im Verlauf über Gebühr zu echauffieren. Wer meint, Nachreden oder Beleidigungen seien sinnvolle Beiträge, der wird erleben, dass er da irrt.

Das ergibt eine Atmosphäre, die das Dorfgemeinschaftshaus so nicht bieten kann.

Davon abgesehen - wir schreiben das Jahr 2012, und Zugriff auf das Web ist keine Raketentechnik mehr. Wer wirklich noch keinen eigenen Zugang hat, der kennt jemanden, der ihn mitlesen lässt. Einzige Voraussetzung: Interesse.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion allen weiterhin ein angenehmes Miteinander.

 

 
Sonntag, 05. Februar 2012 13:17

norbert kleiner aus thandorf-schlagsülsdorf

Verehrter Herr Bürgermeister,

absurd ("ungereimt, widersinnig" – von absonus [misstönend] und surdus [taub; nicht verstehend]) – willst du überhören. Du solltest dazu doch mal deine eigenen Texte in den bisher erschienen Artikel in der SVZ lesen.

Dort stellst du ausführlich die Entscheidung vor: Thandorf soll eine "100-Prozent-Energie-Gemeinde" werden. Um diese zu verwirklichen, bedarf es einer neuen Windkraftanlage. Wie das gehen soll und darf, was die Gemeindevertretung an wirtschaftlichen und sozialverträglichen Vorstellungen und Forderungen hat und wie die gesamten Einwohner in das Vorhaben eingebunden werden – mindestens diese Punkte wären genug Stoff für Informationsveranstaltungen gewesen.

Insoweit finden wir dein Verhalten ungereimt, widersinnig, misstönend, du stellst dich uns Schlagsülsdorfern gegenüber taub und willst uns nicht verstehen.

Die Machbarkeitsstudie überlässt du – der von uns gewählte Bürgermeister, den Profit-Interessen-Vertretern einer (der wievielten eigentlich?) Projektgesellschaft. Deren Ergebnisse sollten wir am 7. Januar als Präsentation ansehen und am 14. Januar darüber abstimmen.

Das wäre das Ergebnis eures Beschlußes mit der Mehrheit im Gemeinderat gewesen und ihr hättet es auch durchgeführt. Im Nachtrag deines Artikels zitierst du die Projektgesellschaft: dass "...die Situation sich zieht und aufgrund von noch vielen zu klärenden Punkten weiterhin keine konkrete Zeitschiene erkennbar ist“.

Wie wir schon im Offenen Brief darlegten: ihr hättet damit versucht, uns des Kaisers neue Kleider überzuziehen. Wir hätten dann nämlich, wie du richtig feststellst, uns NICHTS anschauen können und eine Woche später über NICHTS abgestimmt.

Noch eine Aufklärung zum Schluß:

Du hältst unserer geschätzten Mitbewohnerin und Mitunterzeichnerin des Offenen Briefes, Angela Lafrenz, vor, daß sie 2002 als damaliges Mitglied der Gemeindevertretung "...keine grundsätzlichen Bedenken gegen Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Thandorf...“ gehabt habe. Und versuchst sie damit, persönlich zu diskriminieren. War das nötig?
Warum erklärst du den Einwohnern von Thandorf-Schlagsülsdorf nicht den ganzen Sachverhalt.

Zwei Einwohner (Willi Schäper und Detlef Wellner) haben im Rahmen der Vorschriften bei der Gemeinde Anträge gestellt, um auf ihren Äckern zwei kleine Windkraftanlagen zu errichten. Der Gemeinderat hatte laut Protokoll "grundsätzlich keine Bedenken". Die Entscheidung darüber unterlag den zuständigen Aufsichtsbehörden. Aus Naturschutzgründen (Biosphärenreservat / besonders schutzwürdiger Brutraum von artgeschützten Vögeln) wurde daher eine Errichtung abgelehnt.

Du behauptest aber, die Entscheidung sei nie weiter verfolgt worden. Das ist die Unwahrheit. Sie ist amtlich korrekt und offen behandelt worden und war mit der Ablehnung somit abgeschlossen.

Mit freundlichem Gruss, Norbert Kleiner

 

 
Sonntag, 05. Februar 2012 15:31

norbert kleiner aus thandorf-schlagsülsdorf

lieber michael. danke für deinen exakten kommentar – aber – den begriff INTERNET-KRIEG hat alleine wolfgang reetz benutzt!

wir schlagsülsdorfer waren und sind immer für eine debatte zu diesem thema offen gewesen (siehe unsere beiträge der letzten tage).

für heute allen thandorfern noch einen herrlichen wintertag.

norbert

 

 
Sonntag, 05. Februar 2012 15:36

Michael Finkenthei aus Thandorf

Oh bitte. Wer nun angefangen hat, mit Förmchen zu werfen, das ist doch wirklich nur von recht geringem Erkenntniswert. Konzentrieren wir uns lieber auf den Kern der Diskussion, ok?

Das mit dem Wintertag ist allerdings eine gute Idee.

 

 
Montag, 06. Februar 2012 13:28

Wolfgang Reetz aus Thandorf

KLARSTELLUNG:
Zu dem Originaltext vom 04.02.2012 / 23.35 Uhr erfolgt nachstehende Klarstellung.
Angela Lafrenz ist zum Zeitpunkt des Beschlusses "pro Windkraftanlagen" im Jahr 2002 zwar Mitglied der Gemeindevertretung gewesen, sie hat an der Sitzung vom 03.07.2002, in der die Entscheidung getroffen wurde, jedoch NICHT TEILGENOMMEN und hatte auch keine Information darüber, dass diese Entscheidung in dieser Sitzung getroffen werden würde. Sie distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt der Beratung und der dann getroffenen Entscheidung.

 

 
Montag, 06. Februar 2012 14:56

Wolfgang Reetz aus Thandorf

Zur ERGÄNZUNG und VERDEUTLICHUNG (Zitate Texten von Norbert Kleiner in Anführungszeichen):
(1) "Du solltest dazu doch mal deine eigenen Texte in den bisher erschienen Artikel in der SVZ lesen." RICHTIG IST, dass ich keine Texte in der SVZ schreibe. Dies tun Journalisten in dem ihnen eigenen Interpretations- und Suggestionsstil.

(2) "(...)du stellst dich uns Schlagsülsdorfern gegenüber taub und willst uns nicht verstehen." RICHTIG IST: Es ist keine Frage des Wollens, sondern eine Frage des Könnens. Doch ich will mir Mühe geben (ihr auch, um uns zu verstehen???). Sagt mir (mit Terminabsprache) wann und wo: Ich werde gerne nochmal erklären und nochmal zuhören. Auge in Auge und von Ohr zu Ohr.

(3) Zum Thema Vorstellung Projekte 2.Halbzeit schrieb Norbert Kleiner in seinem Beitrag "(....)Präsentation – Diskussion – Bürgerbefragung. Darunter stand in rot markiert: Keine Diskussion!" RICHTIG IST, dass unter der Folie in rot markiert stand "Nur nicht heute". Ein kleiner, aber wesentlicher (versehentlicher????) Unterschied...auch in puncto "Zitierrichtigkeit".

(4) "Die Machbarkeitsstudie überlässt du – der von uns gewählte Bürgermeister, den Profit-Interessen-Vertretern einer (...) Projektgesellschaft." RICHTIG IST, dass nur Projektgesellschaften Machbarkeitsstudien anfertigen können. Wer sonst sollte wohl eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten? Ein Hobbyprojektierer vielleicht, der das ehrenamtlich tut? Und wer würde dann die Kosten der Studie tragen? Das Wort Profit wird hier implizit als moralisch verwerflich hingestellt. Wer bitte lebt denn nicht vom Profit, entweder als Selbständiger oder als Angestellter vom Profit des Arbeitgebers? Ich jedenfalls lebe vom Profit meiner Seminare und ich glaube, auch ein Seminarhaus lebt vom Profit (jedenfalls mussten meine Seminargruppen bisher immer für Raum, Unterkunft und Verpflegung bezahlen...).

(5) "Das wäre das Ergebnis eures Beschlußes mit der Mehrheit im Gemeinderat gewesen und ihr hättet es auch durchgeführt." Hierbei handelt es sich um eine Unterstellung. RICHTIG IST: Wir hätten nicht und bekanntlich haben wir auch nicht.

 

 
Dienstag, 07. Februar 2012 19:18

BIML

Hallo liebe Dorfgemeinde,
mit großem Interesse las ich heute folgenden Artikel:
http://www.ln-online.de/lokales/lauenburg/3361966/mechow-heizt-sich-ab-jetzt-mit-fernwaerme-aus-bi[..]

Vielleicht sollten wirklich mal alle möglichen bzw. potenziellen Ideen auf den Tisch... und auch mal geguckt werden, wie andere Gemeinden die Versorgung mit Energie angehen, ohne allzu schnell die "Moralapostel" hervorzuholen - deshalb ist Brainstorming ja gerade so beliebt. Die Vergangenheit Thandorfs im Umgang mit dieser Gesamtthematik erscheint mir ein Hinderungsgrund zu sein, um ganz ohne emotionale Belastung die Tatsachen zu betrachten. Eine Gemeindevertretung sollte aus meiner Sicht in der Lage sein, die Tatsachen realistisch und objektiv zu präsentieren; das fehlt mir manchmal im Dorf.

Ich freue mich auf weitere Diskussionen zu diesem Thema und möchte auch gerne auf die Initiative unserer Bundeskanzlerin hinweisen:https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/00-Homepage/homepage_node.html

Einen schönen Abend an alle :)

 

 
Dienstag, 07. Februar 2012 19:44

Michael Finkenthei aus Thandorf

Hallo Biml, den Link zur LN, der etwas zu lang war, um hier reinzupassen, stelle ich mal nach vorne unter diesen Artikel, damit er anklickbar wird.

Den zu Frau Merkel kann sich jeder selbst in den Browser kopieren, der ist immerhin komplett.

Auf jeden Fall vielen Dank für beide.

 

 
Donnerstag, 09. Februar 2012 20:27

Stefan Schaeper

Hallo BIML,

ich freue mich über diese konstruktive Anregung. Es gab dazu und zu weiteren Themen auch schon Ansätze, die diskutiert wurden. Allerdings möchte ich diese nicht in einem langatmigen Internetbeitrag darstellen. Bei Interesse rufen Sie mich doch an oder besuchen Sie mich, dann gebe ich Ihnen gern detaillierte Informationen darüber und wir finden vielleicht auch neue Ansatzpunkte.

Gruß, Stefan Schaeper

 

 
 

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